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Freiwillige - Feuerwehr Ueberau |
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Chronik des Feuerwehrvereins und der Einsatzabteilung
Genau seit 100 Jahren besteht in Ueberau
eine Freiwillige Feuerwehr. Von den Gründern lebt keiner mehr. Wir konnten Sie
deshalb nicht fragen, wie es damals bei der Feuerwehr war. So haben wir in den
alten Niederschriften nachgeschlagen und fein säuberlich aufgeschrieben wie es
damals üblich war lesen wir auf längst vergilbtem Papier das Gründungsprotokoll:
Durch Genehmigung des Ortsvorstandes zu Ueberau und auf Veranlassung des Großherzoglichen Bürgermeister Knell, daselbst, wurde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr am 17. April 1904 im Beisein des Herrn Kreisfeuerwehr - lnspektor Völker beschlossen. Die Gründungsversammlung, der außer der fünf Unterzeichner noch weitere 32 Feuerwehrmänner angehörten, fand im Gasthaus Röder statt. Der 17. April war gleichzeitig das Ende als auch der Anfang einer Epoche Ueberauer Feuerwehrgeschichte. Die noch bestehende Pflichtfeuerwehr wurde durch die Freiwillige Feuerwehr abgelöst. Die Mitglieder der Feuerwehr waren Arbeiter, Handwerker und Landwirte. Eine respektable Beteiligung zu damaliger Zeit und ein repräsentativer Querschnitt der Bürger der kleinen Gemeinde Ueberau mit noch nicht einmal 850 Einwohner. Aus alten Protokollen können wir entnehmen, dass neben Feuerwehrtechnischen Aufgaben auch militärische Zucht wahrgenommen wurde. So wurde bei einer Übung 1904 Fußexerzieren und Grüßen der Vorgesetzten durchgenommen. In diesem Zusammenhang erscheint auch folgendes Ereignis im Jahre der Gründung bemerkenswert, als ein Feuerwehrmann wegen schlechter Führung „sein Amt als Spritzenführer niederlegen und in das Glied der Mannschaft" eintreten musste. Eine Tatsache die heute unvorstellbar wäre. Im Gründungsjahr entfaltete sich in allen Bereichen eine rege Vereinstätigkeit. Man besuchte Feuerwehrfeste und den 16. Deutschen Feuerwehrtag in Mainz.
Im Jahre 1905 besaß unsere Feuerwehr bereits
zwei Feuerlöschgeräte. Es handelt sich dabei um von Hand bediente Spritzen, die
von 4-6 Mann betätigt wurden.
Im Jahr 1910 wurde auf der Generalversammlung beschlossen: Um die Mannschaft zu ergänzen, sollen die jüngeren Ortsbürger zu Übungen ab dem 1. Januar auf die Dauer von 3 Jahren herangezogen werden. 1911 rückte die Wehr zu einem Großfeuer bei Adolf Will I aus.
Aus dem Protokoll von 1912 geht hervor, dass
von nun an jährlich bei der Generalversammlung ein Faß Bier auf Vereinskosten
getrunken werden sollte. Von diesem Zeitpunkt an wurde keine protokollarischen Aufzeichnungen mehr geführt. Erst nach 8 jähriger Pause, ab 1922 sind wieder Niederschriften vorhanden. Im Jahre 1927 wurde in Ueberau mit der Verlegung der Wasserleitung begonnen, die heute für die Feuerwehr als Löschwasserentnahmestelle unerlässlich ist. Ein Rückblick über das Jahr 1928 gab Kommandant Knell, hierbei sprach er über den Bezirksfeuerwehrtag zu Reinheim wobei die Wehr mit einem „gut" abschnitt und erklärte die Wasserleitung zu Ueberau als ein Kulturfortschritt. 1930 wurde die Feuerwehr Ueberau zu einer nachbarlichen Löschhilfe nach Reinheim gerufen.
Aus einem noch vorhandenen Zeitungsbericht aus dem „Heimatboten für Reinheim und Ueberau, Chronik der Heimat aus dem Gemeindeleben" geht folgender Bericht hervor:
Am 8. und 9. Juli 1934 fand in unserer
Gemeinde der 30. Kreisfeuerwehrtag des Kreises Dieburg und das 30. Stiftungsfest
der Freiwilligen Feuerwehr Ueberau statt. Im Laufe der Zeit wurde die Ausrüstung der Wehr „vervollkommnet" und im Jahre 1934 eine Motorspritze angeschafft. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, wurden die Kameraden Wilhelm v. d. Schmidt und Wilhelm Hilberth nach Mainz zu einem Kursus zwecks Ausbildung an der Motorspritze beordert. In den Wirren des 2. Weltkrieges und den unruhigen Jahren danach fand die Tätigkeit der alten Feuerwehr zu Ueberau ein vorläufiges Ende. Gleich nach Kriegsende im Jahre 1945 wurde der Brandschutz in unserer Gemeinde durch eine Pflichtfeuerwehr wahrgenommen und zum Kommandanten Georg Ramge ernannt. Erst am 13. Oktober des Jahres 1950 wurde eine Versammlung zur Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr im Gasthaus Philipp Röder einberufen, und zwar, nachdem ein Scheunenbrand im Anwesen Will in der Karl Marx. Straße ausgebrochen war. Zu der Versammlung waren außer 5 Herren vom Gemeinderat auch 22 Einwohner erschienen. Die Anwesenden machten den Vorschlag, auf die altbewährten Kräfte der alten Wehr zurückzugreifen. Mit einer Stärke von 24 Mann konnte der Neubeginnen vollzogen werden. Laut Vorstandsbeschluss vom 13.12.1952 wurde der am 12.07.1952 gegründete Spielmannszug unter Stabführung von Lampert Lauer in die Feuerwehr integriert. Jeder Spielmann ist Mitglied der Feuerwehr und hat als solches zu jedem Dienst der Wehr anwesend zu sein. So steht es geschrieben im Protokoll von 1952.
Das 50 jährige Bestehen der Ueberauer
Feuerwehr wurde 1954 gefeiert. Aus dem Finanzüberschuss des Festes wurde die
Ausrüstung der Wehr ergänzt. Jeder Feuerwehrmann erhielt einen neuen Tuchrock
(Jacke ), da die vorhandenen Röcke noch teilweise aus der Zeit vor dem 1.
Weltkrieg stammten und völlig veraltet und verschlissen waren. Um den Brandschutz zu gewährleisten, wurde in den 60er Jahren erhebliches getan. Es wurde eine Luftschutzsirene installiert, die, die Alarmierung über den veralteten Ortsrundfunk ablöste. Auch der Wassermangel auf der Hundertmorgen wurde beseitigt. Es wurde ein unterirdischer Löschwasserbehälter mit ca. 95 cm Wasser errichtet. Im Zeitalter der technischen Neuerungen das auch in Ueberau Einzug hielt, wurde 1964 ein Löschgruppenfahrzeug LF-8 gekauft und am 12. September in einer Feierstunde an die Wehr übergeben. Erster Einsatz war die Brandbekämpfung eines Feuers in der Scheune von Gg. Philipp Bernius. Damit das Fahrzeug nicht mehr in einer Scheune seinen Standort hatte, wurde im Januar 1966 der erste Bauabschnitt des neuen Gerätehauses eingeweiht.
Unter mangelnder Beteiligung der Spielleute, wurde 1967 der Spielbetrieb des Spielmannszug eingestellt.
1969 musste ein Zimmerbrand in der
Niedergasse bekämpft werden und 1970 wurde Hilfe bei Hochwasser und der
Trinkwasserversorgung geleistet. Um den Fortbestand der aktiven Feuerwehr Kameraden sicherzustellen gründete man im September 1970 eine Jugendfeuerwehr. Damit der von Hand gezogene Hydrantenkarren außer Dienst gestellt werden konnte, beschloss man 1971 von Vereinsgeldern einen gebrauchten VW-Bus zu kaufen, der in Selbsthilfe zu einem MTF (Mannschaftstransportfahrzeug) ausgebaut wurde.
1971 war auch der Zusammenschluss der
Gemeinden Ueberau, Spachbrücken, Zeilhard und der Stadt Reinheim. Alle 4
Feuerwehren der Stadt zogen gemeinsam an einem Strang und bewältigten das erste
Großereignis, den 6. Hessischen Landesfeuerwehrtag in Reinheim.
1976 konnte endlich ein Schulungsraum in der ehemaligen Bürgermeisterei durch Eigenhilfe geschaffen werden, da der zweite Bauabschnitt des Gerätehauses noch immer ruhte. Das 75 jährige Jubiläumsfest wurde 1979 vom 17.- 20. August auf dem Sportplatz der SG Ueberau gefeiert.
Samstags wurde eine Geimeinschaftsübung
aller Stadtteilfeuerwehren mit dem DRK am Kindergarten abgehalten. Anlässlich
des Jubiläumsfestes hat sich der Spielmannszug wieder zusammengefunden und am
Fest aktiv teilgenommen. Durch die tatkräftige Mithilfe aller Feuerwehrkameraden, deren Frauen sowie viele Helfern der örtlichen Vereine wurde das Fest ein voller Erfolg. Auch wurde in diesem Jahr der Notruf 112 eingerichtet, eine 2. Sirene montiert und die ersten Alarmempfänger angeschafft.
Von Vereinsgeldern hat man 1980 ein
Funkgerät für das LF-8 und 1981 vier Handfunkgeräte gekauft, damit man im Zuge
der technischen Weiterentwicklung mithalten konnte. An dem Gerätehaus, das immer
noch nicht fertig gestellt war, wurde 1981 das Provisorische Dach undicht.
Ein Großbrand musste man 1985 bekämpfen. Die Scheune von Gg. Wolf brannte bis auf die Grundmauern nieder. Gleichzeitig wurde in diesem Jahr auch der 1. Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus getätigt. Richtfest wurde am 19.02.1986 gefeiert. In der Nacht vom 18. auf 19. Oktober der nächste Großbrand. Der Dachstuhl und ein Nebengebäude in der Wilh.- Leuschnerstr. Moseshaus brannten völlig aus. Am 14.02.1987 konnte endlich das neue Gerätehaus bezogen werden. Die Einweihung wurde mit einem Fest auf dem Festplatz vom 22 bis 24 August in Verbindung mit dem 28. Kreisfreundschaftsspiel gefeiert werden. An diesen Festlichkeiten nahmen auch Feuerwehrkameraden aus der Partnerstadt Cestas (Frankreich) und der Feuerwehr Unken (Österreich) teil. 1988 wurde das alte LF-8 durch ein neues modernes Löschfahrzeug ersetzt und konnte feierlich übergeben werden. Das 90 jährige Bestehen der Feuerwehr Ueberau stand 1994 im Blickpunkt unserer Vereinsgeschichte. In Verbindung mit dem Kreisfreundschaftsspiel wurde das Fest vom 17. bis 20. Juni auf dem Festplatz an der Mühle wieder mit Gästen aus Unken gefeiert. Im gleichen Jahr fuhr eine Abordnung nach Unken zu deren 100 Jahrfeier der Feuerwehr. Damit man auch bei Verkehrsunfällen und Entstehungsbränden ein Wasser führendes Fahrzeug hat, wurde 1996 unser Löschgruppenfahrzeug LF-8, mit einem Wassertank mit 400l Fassungsvermögen und einer eigenen Hochdruckpumpe ausgerüstet. Zur nachbarlichen Löschhilfe wurden wir 1998 nach Reinheim zu einem Wohnhausbrand gerufen. Im Jahre 2000 wurde das 30 jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr in einem großen Rahmen gefeiert. Eine Bezirksübung an der Schule und benachbarten Gehöften wurde abgehalten. Anschließend traf man sich unter Beteiligung vieler Gäste im Feuerwehrgerätehaus zum Festakt. Der schwerste Einsatz war 2001 in Reinheim, die Gasexplosion eines Wohnhauses in der Kirchstraße. Aus dem eingestürzten Haus konnten man gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen noch 3 Personen aus den Trümmern befreien.
Am 14. und 15. September 2002 wurde im SG
Sportheim das 50-jährige Bestehen unseres Spielmannszuges gefeiert. Unser Mannschaftstransportfahrzeug, das seit 20 Jahren bei Übungen und Einsätzen seinen Dienst versah, wurde am 04.04.2003 durch ein neues Fahrzeug ersetzt und in einer Feierstunde durch Bürgermeister Hartmann offiziell übergeben.
Wir wollen hoffen und wünschen, dass die
Wehr weiteren Gemeinschafts-Geist entwickelt und getreu ihrem Wahlspruch "Gott
zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" für das Wohl der Bürgerschaft eintreten und ihre
freiwillige Pflicht erfüllen möge. In dieser Chronik wurde weitestgehend auf
Nennung von Namen verzichtet, trotzdem sind wir der Meinung, dass abschließend
die Kommandanten, Ortsbrandmeister bzw. Wehrführer namentlich erwähnt werden
sollen.
Die Kommandanten, Ortsbrandmeister und Wehrführer bis heute:
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